Die Kraft der Berührung


Die Kraft der Berührung

Die Streicheleinheiten und der Körperkontakt sind die Basis für die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Das Vergnügen ist hier nicht nur dem Menschen vorbehalten: Während der Besitzer seinen Hund verwöhnt und sich dabei entspannt, scheint auch der Hund den wohltuenden Effekt der Massage zu genießen. Seine Atmung ist langsam und regelmäßig, sein Herz schlägt langsamer, er ist ruhig und entspannt. Es werden außerdem stimmungsaufhellende Substanzen freigesetzt, wie das Hormon Oxytocin.

Der angenehme Effekt der Streicheleinheiten kann für den Hund abhängig sein vom körperlichen Entspannungszustand, den diese auslösen und von der Nähe zu Personen, die für ihn“wichtig” sind. Dieser Effekt wird manchmal auch als Belohnung beim Training eingesetzt, wenngleich die Wirkung nicht so groß ist, wie sie mit Futter oder Spiel erzielt werden kann.

Auch wenn Sie dies vielleicht nicht für möglich halten - nicht alle Streicheleinheiten und Liebkosungen sind angenehm und entspannend für den Hund. Man hat zum Beispiel festgestellt, dass Hunde im Allgemeinen entspannter sind, wenn die Liebkosungen von einer Frau kommen. Auch ist die Art des Streichelns wichtig. “Beruhigend” wirken die Streicheleinheiten in der Regel, wenn die Hand langsam und stetig vom Kopf bis zu Schwanz über den Körper streicht oder wenn die Muskeln intensiv massiert werden, während ein zu festes grobes Streicheln an bestimmten Körperteilen für den Hund sehr unangenehm sein kann.

Jeder Hundebesitzer kennt in der Regel die Körperzonen, an denen sein Hund sich besonders gerne streicheln lässt. Allerdings hat eine Studie gezeigt, dass die Körperzone nicht für den beruhigenden Effekt entscheidend ist. Trotz der Vorliebe vieler Menschen, den Kopf und den Hals des Hundes zu streicheln, kann dies bei einigen Tieren aggressive Reaktionen auslösen. In der Körpersprache der Hunde kann der Kontakt zu diesen Körperzonen eine hierarchische Bedeutung haben.

Es gibt sogar Hunde, die den Körperkontakt mit Menschen nie als angenehm und entspannend empfinden. Die Möglichkeit, den körperlichen Kontakt zu genießen, hängt nicht nur von der Art des Kontaktes ab, sondern auch von der Sozialisierung des Hundes, eventuellen Erfahrungen in der Vergangenheit, ob er den Körperkontakt gewohnt ist und wie sehr ihm die Person vertraut ist. Ängstliche Hunde, die einerseits am meisten von den Streicheleinheiten profitieren können, sind andererseits auch jene, die den Kontakt als besonders einschüchternd empfinden können.

Streicheleinheiten, bei denen sich Hunde daran gewöhnen, sich zu entspannen, sollten im normalen Umgang regelmäßig stattfinden, damit man in besonderen Situationen, wie bei Tierarztbesuchen, auf diese Weise die Angst oder Aufregung durch den körperlichen Kontakt in den Griff bekommen kann.