Was möchte der Hund mit seinem Bellen ausdrücken?


Was möchte der Hund mit seinem Bellen ausdrücken?

Der Hund bellt, um anderen Hunden oder Menschen etwas mitzuteilen. Es hat keine direkte Bedeutung, so wie die Wörter unserer menschlichen Sprache, sondern gibt uns vielmehr Informationen über den Gemütszustand des Hundes
: Wir sprechen vom Bellen, als einem der besonderen Erkennungsmerkmale des Hundes. Ihre Vorfahren, die Wölfe, bellen nicht so viel wie die Hunde. Scheinbar nahm die Domestizierung einen entscheidenden Einfluss auf die verstärkte Neigung der Hunde zum Bellen.

Es kann viele Gründe für einen Hund geben, zu bellen: wenn sich jemand nähert oder sein Territorium betritt, zur Begrüßung, um Aufmerksamkeit zu bekommen, um zu drohen oder um sich zu verteidigen, beim Spiel, wenn er alleine gelassen wird, aufgrund von Schmerzen, in Konfliktsituationen, aus Frustration oder Aufregung, als Reaktion auf das Bellen anderer Hunde und selbst in Situationen, in denen keine klare Ursache erkennbar ist.

Da die zugrundeliegenden Situationen für das Bellen derartig unterschiedlich sein können, nahm man zunächst an, dass das Bellen keine besondere Bedeutung hat, sondern lediglich dazu eingesetzt wird, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Man hat nun jedoch festgestellt, dass die akustischen Eigenschaften der Belllaute je nach Situation konsistent sind. Im Spiel, oder wenn der Hund alleine gelassen wird, sind die Laute eher hoch, wenn jedoch ein Fremder an der Türe klingelt, ist das Bellen tiefer, länger und mit kürzeren Intervallen zwischen den einzelnen Lauten.

Hunde und Menschen (einschließlich Kinder ab 5 Jahren) sind in der Lage, diese Unterschiede zu erkennen. In einer Studie fand man heraus, dass Menschen in der Lage sind, die Ursache für das Bellen zu erkennen; diese Fähigkeit hängt jedoch von der jeweiligen Situation ab. Es gibt mehr richtige Einschätzungen, wenn ein Fremder angebellt wird, beim Verteidigungs-Training, oder wenn der Hund alleine gelassen wird. Das Erkennen der Ursache für das Bellen ist jedoch weniger präzise, wenn ein Hund beispielsweise einen Ball anbellt, den er beobachtet, vor dem Gassi gehen oder beim Spiel.

Wenn man die Ursache für das Bellen interpretieren möchte, ist es aufgrund des engen Zusammenhangs zwischen Länge des Vokaltrakts und der Merkmale des Bellens wichtig, dabei auch die Größe des Hundes zu berücksichtigen. Das Bellen eines kleinen Hundes ist höher als das eines großen Hundes, unabhängig von der auslösenden Situation.

Es ist nicht klar, ob die Hunde die Belllaute absichtlich verändern, um anderen Hunden oder Menschen etwas ganz Bestimmtes mitzuteilen, aber es steht fest, dass die Analyse einiger Aspekte des Bellens sehr hilfreich sein könnte, um mehr Informationen über den Gemütszustand des Hundes zu erfahren. Diese Informationen könnten vor allem hilfreich dabei sein, Ursachen für übermäßiges Bellen zu finden.